Kaum etwas ist so mit Irrglauben und (Dumm)Weisheiten behaftet wie die Geschlechterwahl.

Oft hören wir den Satz: “ wir möchten lieber eine Hündin, die sind lieber wie die Rüden” “Rüden sind immer so Streitsüchtig und Dominant” oder “Hündinin hängen immer nur an Männern, lieber einen Rüden” ...

Solche Pauschalisierungen sind einfach Quatsch. So wie es früher immer hieß: “geb dem Hund rohes Fleisch zu fressen, dann wird es ein scharfer Wachhund!” Nein liebe Leser, das sind alles alte, sich hartnäckig haltende Bauernsprüche, die nichts mit der Wahrheit zu tun haben.

Sicherlich kennt es jeder aus dem eigenem Leben. Wie es bei Kindern auch ist. Es gibt ganz bezaubernde, süße und anständige Mädchen und dann wiederum ganz zickige, garstig verzogene Mädchen. So gibt es hingegen auch ganz typische, rüpelhafte Lausebengel und dann wiederum ganz liebe, ehe schüchterne gut erzogene Jungs. Das Geschlecht tut hierbei eigentlich nicht viel zur Sache. Auch wenn Kinder von ein und dem gleichen Elternpaar abstammt, so können die Kinder vollkommen unterschiedlicher Art sein. So ist es bei Tieren ebenso. Das Wesen ist ausschlaggebender als das Geschlecht, wie ein Hund in seiner Art und Weise ist. Auch die Prägung, Sozialisierung und spätere Erziehung tun viel dazu bei, wie ein Kind oder ein Hund sich entwickelt. Darum ist es auch so wichtig, einen guten Züchter zu haben, der seine Welpen genau kennt, bei der Beratung des richtigen zu Ihnen passenden Hundes behilflich sein kann. Wer keine Zuchtabsichten hat, ist besser damit beraten, sich seinen Familienhund ehe nach dem Wesen zu wählen, als nur per Geschlecht, weil jemand mal solch eigensinnigen Unweisheiten in die Welt gesetzt hatte.

Eine Hündin wird zweimal im Jahr läufig. Es geht das Gerücht um, dass nur Rüden weglaufen, wenn sie eine Hündin riechen. Das stimmt nicht, die Hündin wird während der Stehtage (dann ist sie aufnahmebereit) ebenfalls auf und davon laufen, um sich zu verpaaren. Wer keine Zuchtabsicht hat, ist zudem gut beraten, wenn man seiner Hündin diesen Stress der Läufigkeit, des Triebes ohne Erfolg, einfach durch Kastration nimmt. Es hat auch den gesundheitlichen Vorteil, dass was nicht mehr da ist, kann auch keine Tumore bilden, kann keinen Krebs später entwickeln. Hündinin die Scheinträchtig werden sollten in jedem Fall kastriert werden. Die Scheinträchtigkeit ist ein enorm trauriger Vorgang, die Hündin bildet sich ein, Welpen zu haben und bemuttert mit all ihrer Liebe alles Spielzeug, Schuhe und einfach alles was sich anbietet. Der Kummer und Stress der dem Tier hier entsteht ist absolut unnötig. Auch die Schmerzen im anschwellenden Gesäuge sind nicht zu verachten. Dominantere Hündinin können zudem auch deutlich ruhiger werden, sind nicht mehr so reizbar gegenüber anderen Hündinin. Wobei man hier mit dieser Rasse ohnehin kaum Probleme haben wird, denn sie sind absolut verträglich, wenn kein Lernprozess etwas anderes eingeleitet hat. Es muss aber bewusst sein, dass in einem gesunden Hunderudel oder auch Wildhundrudel, stets die Hündin die Führung übernimmt. Oft scheint es so, als würde der Rüde führen, aber das stimmt nicht ganz. Die Hündin schickt ihren Rüden gerne vor, wenn es darum geht, eine neue Situation oder einen fremden Hund zu begutachten. Der Rüde würde sich ohne weiteres von einem Rottweiler fressen lassen, wenn es seiner Hündin nützen würde. Die Hündin wird auch immer zuerst das Futter beanspruchen, wird den Rüden vom besten Platz vertreiben, wenn sie Anspruch darauf hegt. So ist es auch naheliegend, wenn man eine dominante (damit ist nicht aggressiv gemeint!) Hündin bekommt, dass diese sicherlich etwas anspruchsvoller, mit mehr Fingerspitzengefühl, erziehen muss, als einen sensiblen Rüden. Wie gesagt, bei dieser Rasse hat man solche Probleme ehe weniger zu befürchten, aber man sollte sich dieser Dinge bewusst sein.

Ein Rüde wird nicht immer unentwegt das Bein an jedem Strauch und Blatt heben, sofern man ihn rechtzeitig kastriert. Die Kastration beim Rüden halte ich in jedem Fall für angebracht, sofern er nicht regelmäßig seinen Trieb ausleben kann. (Damit meine ich auch wesentlich mehr als nur 1x im Jahr). Viele Leute halten es leider für nicht nötig, nicht angebracht und grausen sich aus menschlichen Vorstellungsgedanken vor einer Kastration. Das ist aber mehr als Egoistisch und nicht tiergerecht. Sie können Ihre Bedürfnisse ausleben, der Hund in der Regel nicht. Der Rüde weiß nicht, dass der andere Rüde an der anderen Leine ebenfalls nicht zu Zuge kommt, bei der Hündin die grad den tollen Duft an der Ecke hinterlassen hat. Der Rüde muss aus Instinkt seinen Platz um die Fortentwicklung sichern und muss sich behaupten. Behaupten für eine Sache, die er durch Menschenhand doch nicht erreichen wird. (Was natürlich auch gut ist, denn unkontrolliert sollten keine Welpen in die Welt gesetzt werden. Es gibt leider bereits viel zu viel Leid in diesem Bereich) Auch kennen viele die gesundheitlichen Risiken nicht, abgesehen von dem psychischem Druck den das arme Tier erleiden muss. Wenn ein Rüde sein Leben lang potent ist, aber diese Potenz nicht regelmäßig ausleben kann, so kann der Hund im höherem Alter rektal an Muskelschwund leiden. Eine Art Aussackung am After. Der Kot geht nicht mehr normal ab, sammelt sich in der Aussackung und wird durch jede Bewegung des Körpers zu harten Kugeln die sehr schmerzhaft sind. Diese Kotballen müssen vom Tierarzt spätestens alle 2 Tage ausgeräumt werden, das ist sehr schmerzhaft und grausam für den Hund zu ertragen! Wenn dies nicht geschieht, verstirbt der Hund einen qualvollen Vergiftungstot. Sicherlich trifft es nicht jeden unkastrierten Hund, aber immerhin 1 von 10. Diese Zahl finde ich besorgniserregend. Eine OP im höherem Hundealter ist immer ein hohes Risiko. Die Wundheilung ist nicht mehr so gut, wie in jungen Jahren, Herz-Kreislauf ist nicht mehr so gut wie es früher mal war, das Risiko steigt. Die OP ist zudem sehr sehr kostenintensiv. Auch hier kann ich wieder sagen, was nicht da ist, kann keinen Krebs bilden. Der gefürchtete Hodenkrebs hat also keine Chance. Das häufige Beinheben hört auch auf.

Ob Rüde oder Hündin, mit dieser Rasse können Sie unendlich viel Freude haben, mit etwas gesundheitlicher Vorsorge, einer guten Erziehung und Prägung werden Sie lange Jahre Freude an den Hunden haben.

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